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Vorwort
75 Jahre sind verflossen seit dem Tage, an dem die ersten deutschen Ansiedler zum ersten Male ihren Fuss auf das herrliche Stücklein Gottes-erde setzten, dass im Munizip Cachoeira auf der linken Seite des Rio Jacuhy die fruchtbaren Täler der südlichen Ausläufer der Serra bildet.
75=jährige Geschichte einer heute blühenden Kolonie wartet darauf, der Vergangenheit entrissen zu werden. Von denen, die einst als erste diesen Boden betraten, der ihren Kindern und Kindeskindern die Heimat werden sollte, an der sie mit aller Liebe, die eines Menschen Herz zu tragen und zu hegen fähig ist, hängen, sind nur noch 3 Schwestern am Leben. Es sind dies Kinder von Julius Neujahr, die heute 80 Jahre alte Frau Emilie Finger, die 76 Jahre alte Frau Bertha Rohde und die 82.jährige Frau Pauline Schumacher. Der letzte männliche Überlebende war Herr Ludwig Finger, Sohn des Peter Finger, der am 16. September 1931 zur ewigen Ruhe einging. Alle anderen beckt längst der grüne Rasen.
So ist es eine verantwortungsvolle Aufgabe, die Geschichte der Kolonie zu schreiben, zu mal das in alten Akten überlieferte Material lückenhaft ist, ja teilwiese vollständig fehlt, um einen den Tatsa-chen entsprechenden genauen Bericht geben zu können. Gestützt auf die Ausagen des letzten männlichen Überlebenden, auf einen Bericht des Herrn Peter Roggenbach im „Familienfreund-Kalender“ vom Jahre 1921, auf einen Bericht des „Meio Século“ von 16. November 1907, auf das dürftige Aktenmaterial der Kirchen, Schulen und Verreine und auf mündliche Überlieferungen glauwürdiger älterer Koloniebewohner haben wir uns der Aufgabe unterzogen, die Geschichte der Kolonie der Vergangenheit zu entreissen:
den Toten zum Gedächtnis,
den lebenden zur Erinnerung,
den kommenden Geschlechtern zur
Nacheiferung.
Der Festschriftausschuss:
Ewald Bruhn,
Pfr. Hanswerner Schultze, P. Lambert Pancrats,
Luiz Bandel, Hermann Spörl,
und Luiz Gehrke.
Agudo, im August des Jahres 1932.